Krankenversicherung: GKV, PKV und Optionstarif – was PiA wissen sollten

Die Krankenversicherung ist in Deutschland Pflicht – doch welches Modell passt zu dir als Psychotherapeut:in in Ausbildung (PiA)? Zwischen gesetzlicher Krankenversicherung (GKV)privater Krankenversicherung (PKV) und Optionstarifen gibt es große Unterschiede. Besonders wer später als Psychotherapeut:in selbstständig arbeiten möchte, sollte frühzeitig verstehen, welche Weichen heute gestellt werden können. Hier erfährst du alles, was du zur Krankenversicherung für Psychotherapeuten in Ausbildung wissen musst.


Krankenversicherung für Psychotherapeuten und Psychologen

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Rund 90% der Versicherten in Deutschland sind Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die GKV funktioniert nach dem Solidarprinzip: Alle zahlen einkommensabhängige Beiträge in einen gemeinsamen Topf, aus dem die Kosten aller Versicherten getragen werden.

Vorteile der GKV:

  • Einkommensabhängige Beiträge – wer wenig verdient, zahlt weniger.
  • Familienversicherung – Alle Kinder unter 25 können kostenlos über die Eltern mitversichert bleiben, solange sie sich in der Ausbildung befinden.
  • Einheitlicher Leistungskatalog – die wichtigsten medizinischen Leistungen sind abgedeckt.
  • Kein Gesundheitsrisiko – Vorerkrankungen spielen bei der Aufnahme keine Rolle.

Nachteile der GKV:

  • Eingeschränkte Leistungen – z. B. bei Zahnersatz, Heilpraktikerleistungen oder Einbettzimmer im Krankenhaus.
  • Beitragssteigerungen bei höherem Einkommen – der Höchstbeitrag zur GKV liegt im Jahr 2026 bei 1261,32 € monatlich (GKV + Pflegepflichtversicherung). Wer viel Verdient, zahlt viel ein – häufig deutlich mehr als ein guter PKV-Tarif kosten würde
  • Keine individuelle Leistungswahl – du bekommst, was der Gesetzgeber vorsieht, nicht das, was du dir wünschst.
  • immer mehr Kürzungen der Leistungen – viele Leistungen werden immer weiter gekürzt, die Eigenanteile und IGEL Leistungen steigen stetig an

Für Psychotherapeuten in Ausbildung führt meist kein Weg an der gesetzlichen Krankenversicherung vorbei, da das Einkommen nicht für einen Wechsel in die PKV reicht. Du kannst aber jetzt den Weg ebnen, damit ein späterer Wechsel einfacher wird. Mehr dazu im Abschnitt „Optionstarif“.


Die private Krankenversicherung (PKV)

Die PKV funktioniert nach dem Äquivalenzprinzip: Jeder zahlt für den Versicherungsschutz, den er individuell wählt. Die Beiträge richten sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach  EintrittsalterGesundheitszustand und Leistungsumfang.

Vorteile der PKV:

  • Höherwertige Leistungen: z. B. freie Arztwahl, Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweibettzimmer, bessere Zahnleistungen.
  • Individuelle Tarife – du stellst deinen Schutz selbst zusammen.
  • Oft kürzere Wartezeiten bei Fachärzt:innen.
  • Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit.
  • Sicherer Zugang zu Top-medizinischer Versorgung – gerade für Menschen in Gesundheitsberufen ein Pluspunkt.

Nachteile der PKV:

  • Gesundheitsprüfung beim Einstieg – Vorerkrankungen können zu Zuschlägen oder Ablehnung führen.
  • Beiträge im Alter können steigen, wenn keine Altersrückstellungen oder Tarifoptimierungen greifen.
  • Wechsel in die GKV ist später nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
  • Mutterschaftsleistungen entfallen: es besteht kein Anspruch auf Mutterschaftsgeld innerhalb der Mutterschutzfristen (über Krankentagegeld-Tarif aber separat versicherbar)
  • Krankengeld entfällt: es besteht kein Anspruch auf Krankengeld, wenn du längere Zeit arbeitsunfähig sein solltest (über Krankentagegeld-Tarif aber separat versicherbar)

Wann kann man in die private Krankenversicherung wechseln?

Ob und wann du in die PKV wechseln kannst, hängt von deinem Versicherungsstatus und deiner Einkommenssituation ab:

PersonengruppeWechsel in die PKV möglich, wenn …
AngestellteBruttojahreseinkommen über der Versicherungspflichtgrenze (auch JAEG) liegt (2025: 73.800 €)
Selbstständige / Freiberufler:innengrundsätzlich ab Beginn der Tätigkeit, unabhängig vom Einkommen
Studierendeinnerhalb von 3 Monaten nach Studienbeginn Befreiung von der Versicherungspflicht möglich
Beamte / Beihilfeberechtigtemeist direkt, da die Beihilfe einen Teil der Kosten übernimmt
Psychotherapeut:innen in Ausbildung (PiA)je nach Status (angestellt, selbstständig oder in Ausbildung) unterschiedlich – hier lohnt sich eine individuelle Prüfung

Gerade für angehende Psychotherapeut:innen kann der spätere Wechsel in die PKV interessant werden – etwa, wenn sie selbstständig praktizieren oder in einer Klinik mit höherem Einkommen arbeiten.

Während der Ausbildung ist der Wechsel in die PKV meist noch nicht möglich. Du kannst aber jetzt schon vorsorgen, damit der Wechsel später nicht an deinem Gesundheitszustand scheitert. Schließe einen Optionstarif ab, der deinen aktuellen Gesundheitszustand sichert. So entfällt die Gesundheitsprüfung beim Antrag auf Privaten Krankenversicherung.


Optionstarife: Früh planen, später profitieren

Ein Optionstarif (wie z. B. Hallesche OPTI.free) ist ein Versicherungsvertrag, der die den späteren Zugang zur privaten Krankenversicherung ermöglicht.

Ein Optionstarif sichert dir heute schon das Recht, später in eine private Kranken- oder Zusatzversicherung zu wechseln – ohne erneute Gesundheitsprüfung. Du zahlst während des Studiums oder der Ausbildung nur einen kleinen monatlichen Beitrag (meist unter 10 €), bekommst aber ein wertvolles Optionsrecht.

Vorteile eines Optionstarifs:

  • Keine erneute Gesundheitsprüfung beim späteren Wechsel in die PKV.
  • meist kürzere Gesundheitsprüfung beim Abschluss des Optionstarifs
  • Früher Gesundheitszustand wird „eingefroren“ – spätere Erkrankungen wirken sich nicht mehr aus.
  • Günstiger Einstieg während der Studienzeit.
  • Flexibilität: Du entscheidest später, ob und wann du wechseln möchtest.
  • Mehrere Optionszeitpunkte (z. B. Berufseinstieg, Heirat, Geburt eines Kindes, Ende der Ausbildung).

Für wen ist das sinnvoll?

Gerade für Psychotherapeuten in Ausbildung, die

  • später selbstständig arbeiten möchten,
  • in klinischen Berufen mit hoher Belastung und hohem Einkommen tätig sind,
  • oder ihre gesundheitliche Ausgangslage sichern wollen,

ist ein Optionstarif eine kluge Entscheidung.

Denn: Wer erst später in die PKV möchte, muss eine Gesundheitsprüfung durchlaufen – und selbst kleinere Vorerkrankungen (z. B. psychische Belastungen während der Ausbildung) können dann zu Zuschlägen oder Ablehnung führen.


Beispiel: Warum frühes Handeln sich lohnt

Stell dir vor, du beginnst dein Psychologiestudium mit 21 Jahren. Du bist gesund und gesetzlich versichert.
Mit 27 beginnst du deine Ausbildung zur Psychotherapeutin (PiA) und merkst, dass du später wahrscheinlich selbstständig arbeiten willst.

Mit Anfang 30 eröffnest du deine erste eigene Praxis. Wenn du jetzt in die PKV möchtest, wird dein Gesundheitszustand zu diesem Zeitpunkt geprüft – und die Jahre Ausbildung, Stress, evtl. Therapieerfahrung oder körperliche Belastungen werden eine Rolle spielen.

Mit einem Optionstarif hättest du die Tür längst geöffnet: Die Versicherung bewertet dann nur den Gesundheitszustand von damals, als du noch jung und gesund (oder zumindest gesünder) – du kannst ohne neue Prüfung in einen hochwertigen PKV-Tarif wechseln.


Krankenversicherung für Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) - GKV, PKV und Optionstarif

Fazit: Frühe Entscheidungen schaffen Sicherheit

Für Psychologiestudierende, PiA und Berufseinsteiger:innen im psychologischen oder therapeutischen Bereich lohnt es sich, frühzeitig über die eigene Krankenversicherung nachzudenken.

Die GKV bietet solide Grundabsicherung.
Die PKV ermöglicht individuelle, hochwertige Leistungen – ideal für Menschen, die Wert auf Wahlfreiheit und Qualität legen.
Ein Optionstarif schlägt die Brücke dazwischen: Du bleibst in der GKV, sicherst dir aber schon heute den Zugang zur PKV von morgen – ohne Risiko.

Gerade wer plant, später selbstständig zu arbeiten oder in der Gesundheitsbranche zu bleiben, profitiert langfristig enorm von dieser Weitsicht.


Tipp:

Lass dich vor Abschluss eines Optionstarifs oder beim geplanten Wechsel in die PKV unabhängig beraten – am besten von jemandem, der sich mit den speziellen Anforderungen von Psycholog:innen, Therapeut:innen und PiA auskennt.
Denn die Wahl der Krankenversicherung ist eine der wichtigsten finanziellen Entscheidungen deines Berufslebens.

FAQ – Krankenversicherung für Psychotherapeuten in Ausbildung

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) beruht auf dem Solidarprinzip: Jeder versicherte zahlt abhängig vom Einkommen einen Beitrag. Die Leistungen sind für alle Mitglieder identisch.

Die private Krankenversicherung (PKV) basiert auf die Äquivalenzprinzip: Jeder versicherte kann seine Leistungen frei wählen und zahlt entsprechend dieser Leistungen, dem Alter und dem Gesundheitszustand einen Beitrag.

Ein Wechsel von GKV zu PKV ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich: Wenn du als Angestellte:r ein Einkommen oberhalb der JAEG hast (77.400 € in 2026) oder wenn du selbstständig/freiberuflich tätig bist. Auch Studenten können in die PKV wechseln.

VorteileNachteile
keine Gesundheitsprüfung nötigimmer mehr Leistungen werden gestrichen
bei geringem Einkommen günstig bei hohem Einkommen sehr teuer
kostenfreie Familienversicherunglange Wartezeiten bei Fachärzten
Zuzahlungen
VorteileNachteile
fester monatlicher Beitrag, unabhängig vom EinkommenGesundheitsprüfung nötig
Leistungen individuell wählbarMindesteinkommen (JAEG)
bessere Leistungen als GKVkeine kostenfreie Familienversicherung
kürzere Wartezeiten bei FachärztenMutterschaftsleistungen und Krankengeld müssen extra versichert werden

Ein Optionstarif in der privaten Krankenversicherung (PKV) ist eine günstige Übergangsversicherung, die den aktuellen Gesundheitszustand „einfriert“. Er sichert jungen Menschen, Studenten oder Angestellten das Recht, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in die PKV zu wechseln. Der Tarif dient als „Joker“, um trotz späterer Vorerkrankungen zu den heutigen Konditionen aufgenommen zu werden. 

die Versicherungspsychologin

Sandra Möbius

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